Die Trauung: Fragen und Antworten

Wir freuen uns, wenn Sie in den unterschiedlichen Formen ehe- und lebenspartnerschaftlicher Vereinbarungen standesamtlich heiraten; und sich damit füreinander und öffentlich verbindlich und verlässlich machen – und feiern diesen Anlass gerne mit Ihnen in einem festlichen Trau- oder Segensgottesdienst in unseren Kirchen!

Bitte sprechen Sie mögliche Termine frühzeitig mit den Pfarrern ab.

Bitte senden sie uns wenn möglich ihr Anliegen per Email, dann können wir Ihnen verlässlich Auskunft über Terminkalender, Anmeldeverfahren und organisatorische Aspekte geben!

Seit Januar 2016 gilt in der Evangelischen Kirche im Rheinland: “Die Trauung ist ein Gottesdienst anlässlich der Eheschließung oder der Begründung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, in dem die eheliche Gemeinschaft oder die Gemeinschaft der Lebenspartnerinnen oder Lebenspartner unter Gottes Wort und Segen gestellt wird. Dabei bekennen die Eheleute, die Lebenspartnerinnen oder die Lebenspartner, dass sie einander aus Gottes Hand annehmen, und versprechen, ihr Leben lang in Treue beieinander zu bleiben und sich gegenseitig immer wieder zu vergeben.”       

Gott will in Männern und Frauen Verbündete, die sich einlassen auf Gerechtigkeit und Liebe in ihrer Ehe und sich verlassen können auf die Treue und Vergebungsbereitschaft des Partners. Gottes Segen begleitet kritisch, ermutigend, tröstend – lebenslang. Die Gemeinde der Freunde, Verwandten und die Kirchengemeinde wird ermutig, auf die Lebensgemeinschaft zu achten und sie zu begleiten.
Die Trauung in der Kirche ist , auch wenn nur ein Teil des gesamten Hochzeitsfestes, ein öffentliches Ereignis mit den Trauzeugen und der Gemeinde. Sie wird als ein Gottesdienst der Kirchengemeinde gefeiert. Im Vorgespräch mit dem zuständigen Pfarrer oder der Pfarrerin wird neben inhaltlichen Fragen auch der Ablauf besprochen.

Wo kann die Trauung stattfinden?

Die Trauung ist ein Gottesdienst anläßlich der Eheschließung und eingetragenen Lebenspartnerschaft. Sie kann in der Kirchengemeinde stattfinden, in der einer der Partner wohnt, oder in der Gemeinde der Eltern oder am zukünftigen Wohnort.

Wer kann sich in der Evangelischen Kirche kirchlich trauen lassen?

Mindestens einer der Ehe- und Lebenspartner muß evangelisch sein. Ist der andere Ehepartner in keiner der anerkannten christlichen Kirchen, so muß im Vorgespräch deutlich werden, daß der nichtchristliche Ehe- und Lebenspartner das christliche Verständnis der Ehe achtet. Ist einer der Ehepartner katholisch, so kann eine Ökumenische Trauung gefeiert werden, die entweder in einer katholischen Kirchen in Anwesenheit des evangelischen Geistlichen vom katholischen Pfarrer gehalten wird oder umgekehrt. In beiden Fällen wird die Trauung oft nach einer von den Kirchen abgesprochenen Liturgie gehalten.

Was ist zu noch zu beachten?

Die Trauung ist ein emotional sehr aufgeladenes Ritual, in jede Bewegung, jede Geste Bedeutung hat, auch wenn das nicht immer bewusst ist und manche Bedeutungen auch sehr fragwürdig sind.

  • Wie kommt das Ehepaar in die Kirche?
  • Muss wie in alten Zeiten die Braut dem Bräutigam zugeführt werden?
  • Will eine Kleiderordnung eingehalten sein?
  • Wo nimmt das Hochzeitspaar Platz?
  • Werden die Ringe getauscht, wenn sie schon im Standesamt getauscht wurden?
  • Wer gibt wem wann den Brautstrauß, und, und, und…

In der Kirche sind die gesellschaftlichen Konventionen vieler Hochzeitsrituale kein Muss, aber sie sollten bewusst sein, um Irritationen für Gäste und Familienmitglieder zu vermeiden.  Rituale legen Rollen fest und formulieren Erwartungen, das gilt nicht nur für das Hochzeitspaar, auch für die Verwandtschaft und die Eltern, manchmal auch eigene Kinder.  Es tut gut, darin einen Platz, eine Aufgabe zu haben.  Es ist ratsam, auch diese Details in einem Vorgespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin zu klären.

Wie sieht ein Trauungsgottesdienst aus?

Der Ablauf kann von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sein und ist eine Frage, die im Vorgespräch mit Pfarrer und Pfarrerin zu besprechen ist.

Hier ein Beispiel:

Musik zum Eingang
Einzug in die Kirche
Begrüßung / Psalm
Lied
Lesung  / Gebet
Musik / Lied
Predigt zum Trauspruch
Musik/ Lied
Traulesung
Trauversprechen der Ehepartner
Ringübergabe
Segensgebet
Segnung der Ehepartner / Trauspruch
Lied /Musik

Fürbittengebet für das Ehepaar und die Familie
Vater Unser
Segen
Musik zum Auszug

Wichtig ist die sorgfältige Besprechung des Trauritus. Alle Texte können mit Pfarrer oder Pfarrerin abgesprochen werden. Im Gottesdienst wird dem Ehepaar der Trauspruch aus der Bibel oft als Segensspruch gesagt, der dann auch in der Trauurkunde erscheint.

Musik im Gottesdienst

All das sollte in einem musikalisch passenden Rahmen eingebettet sein, meist kann man sich dazu mit dem Kirchenmusiker in Verbindung setzen, er wird Vorschläge machen können oder Wünsche in sein Programm einbetten. Für musikalische Beiträge, die über Eingangs- und Ausgangsmusik und Liedbegleitung hinausgehen, können Kosten entstehen.
Lieder helfen, damit die  Gottesdienstbesucher aktiv beteiligt sind .
Dazu gibt es sehr schöne alte und neue Traulieder im evangelischen Kirchengesangbuch (EG), die auch in der Ökumene bekannt sind.

Beispiele:

302 Du meine Seele singe
432 Gott gab uns Atem
427 Solang es Menschen gibt auf Erden
240 Du hast uns Herr in dir verbunden
571 Unser Leben sei ein Fest
321 Nun danket alle Gott
317 Lobe den Herren
380 Ja ich will euch tragen
331 Großer Gott wir loben dich
601 Gott wir preisen deinen Wunder (rheinische Ausgabe)
170 Komm Herr segne uns

Wie melde ich eine Trauung an?

Sie können die Trauung im Gemeindebüro oder direkt bei dem Pfarrer/ der Pfarrerin anmelden. Zur Vorbereitung der Trauung wird mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin möglichst einige Wochen vorher ein Taufgespräch vereinbart, in dem Gelegenheit ist, über inhaltliche Dinge und den Ablauf des Taufgottesdienstes zu sprechen.

Nicht nur Formsache

Zur Trauung werden, wenn die Ehe- und lebenspartner nicht in der Gemeinde wohnen, eine Befreiungsbescheinigung (Dimissoriale) der Wohnsitzgemeinde benötigt. Trauzeugen müssen nicht, können aber sein. Aus der Perspektive eines Hochzeitspaares kann das Amt des Trauzeugen heute ein Mandat für gute Wegbegleitung und Ratgeberschaft sein.

Fotografieren und Filmen

Bilder werden immer wichtiger in unserem Leben. Daher sind Aufnahmen von der Trauung für viele von großer Bedeutung. Wir bitten Sie dabei aber zu berücksichtigen, dass das Kameras und Fotographen alle Beteiligten ablenken und stören können und bitten Sie, die Möglichkeiten vorab mit dem Pfarrer bzw. der Pfarrerin abzusprechen.

Traufragen

In der Trauung geht es um die Segensbitte, um die Bitte um die Begleitende Kraft des Segens. Daher kommt der Wendung … mit Gottes Hilfe besondere Bedeutung zu. Alle diese Formulierungen können von dem Liturgen oder der Liturgin gefragt werden oder aber aktiv selbst vom Ehepaar gesprochen werden.

Traufragen können sein:

Liebe N.N, wollen Sie N.N.als Ihre/n Ihnen von Gott anvertraute/n Ehefrau / Ehemann lieben und ehren, Freude und Leid mit ihr/ihm teilen, und die Ehe mit ihr/ihm im Vertrauen auf Gottes Liebe führen, bis der Tod sie scheidet? Dann antworten sie bitte: Ja mit Gottes Hilfe.

Oder:

N.N wollen Sie, N.N.als Ihre/n Ihnen von Gott anvertraute/n Ehefrau/Ehemann annehmen, sie/ihn lieben und ehren, in Freude und Leid nicht verlassen, und den Bund der Ehe mit ihr/ihm im Vertrauen auf Gottes Liebe halten, bis der Tod sie scheidet? Dann antworten sie bitte: Ja mit Gottes Hilfe.

Oder:

Wollen sie ihre Frau /ihren Mann lieben und achten und ihr/ihm die Treue halten alle Tage ihres Lebens, dann antworten sie: Ja, ich will mit Gottes Hilfe.

Oder: (für Menschen, die schon längere Zeit zusammenleben)

Ich schaue dankbar auf einen langen Weg mit Dir und möchte an deiner Seite in neue Zeiten gehen – bis der Tod uns scheidet mit Gottes Hilfe.
Ich schaue dankbar auf eine gemeinsame Zeit mit Dir. Ich will treu mit Dir weitergehen in neue Aufgaben und Abschnitte unseres Lebens, mit Gelassenheit, Mut und Freude, die uns verbinden – bis der Tod uns scheidet – mit Gottes Hilfe.

Oder:

Der Bräutigam spricht:
Liebe . . .,
ich nehme dich als meine Frau aus Gottes Hand.
Ich verspreche dir, dich zu lieben
und zu dir zu stehen im Bund unserer Ehe,
von diesem Tag an in guten und schweren Zeiten,
in Krankheit und Gesundheit,
in Reichtum und Armut,
in Freude und in Sorgen,
solange wir beide leben.

Die Braut spricht:
Lieber . . .,
ich nehme dich als meinen Mann aus Gottes Hand.
Ich verspreche dir, dich zu lieben
und zu dir zu stehen im Bund unserer Ehe,
von diesem Tag an in guten und schweren Zeiten,
in Krankheit und Gesundheit,
in Reichtum und Armut,
in Freude und in Sorgen,
solange wir beide leben.

Trausprüche

sind Worte des Lebens, sie können eine Partnerschaft, gegenseitige Ermutigung auf dem Weg, sind ein Segenswunsch, eine Erinnerung an eine getroffene Verabredung und vieles mehr (www.trauspruch.de ).