10. Ökumenischer Gottesdienst von Rat und Verwaltung

Ria Garcia berichtet am 10. September 2020 auf https://erkrath.jetzt über den “10. Ökumenischen Gottesdienst von Rat und Verwaltung”. Die hier gezeigten Fotos sind alle von Ria Garcia:

Was mehr als zweimal stattfindet, hat im Rheinland Tradition heißt es.

Damit hat der Ökumenische Gottesdienst von Rat und Verwaltung in Erkrath schon eine lange Tradition und in diesem Jahr 10-jähriges Jubiläum. Die Idee dazu hat Regina Wedding vor einem Jahrzehnt vom Landtag mit in den Rat der Stadt Erkrath gebracht und erhielt von vielen Ratskollegen Unterstützung. Seit dem findet einmal im Jahr dieser ökumenische Gottesdienst statt. Dass das 10-jährige Jubiläum ausgerechnet ins Corona Jahr fällt, konnte keiner wissen, aber letztendlich war es genau diese Zeit, die dann Wolfgang Schriegel zum diesjährigen Mottovorschlag ‘Mut zur Demut’ inspirierte, denn die Krise habe uns alle gelehrt, demütig zu sein.

Der Ökumenische Gottesdienst von Rat und Verwaltung fand in diesem Jahr in der Heilig Geist Kirche in Hochdahl statt und schon die Corona Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit der Durchführung zeigten den Teilnehmern, dass wir alle in diesem Corona Jahr Demut gelernt haben. Die Begrüßung der Ratsmitglieder und Vertreter der Verwaltung übernahm Pfarrer Christoph Biskupek bevor Pfarrerin Gisela Kuhn Psalm 33, 13-22 mit den Teilnehmern im Wechsel betete. Pfarrer Günther Ernst sprach das Collecta Gebet.

Lied-Rezitation kann er.

Anschließend überraschte Bürgermeister Christoph Schultz die Teilnehmer des Gottesdienstes mit einer von der Orgel begleiteten Lied-Rezitation von ‘Die Erde ist des Herrn’. Dass er ein Talent für Reden hat, konnten viele schon bei Karnevalsfeiern feststellen, beim Ökumenischen Gottesdienst zeigte sich: Lied-Rezitation kann er auch.

Regina Wedding und Annette Kirchhoff griffen das gewählte Motto schließlich in einem Impulsvortrag auf. Im Dialog griffen sie das Jubiläum auf, bei dem man nicht singen konnte. Die Frage, wie Kommunalwahl und Demut zueinander passen, wurde genauso aufgegriffen, wie die Erkenntnis dessen, was wichtig ist: Zusammenhalt, füreinander da sein.

Pfarrer Martin Scharnowski wählte für seine biblische Lesung Auszüge aus Paulus Brief an die Philipper: “Wenn es denn in Christus Ermahnung gibt, Zuspruch der Liebe, Gemeinschaft mit dem Geist, Zuwendung und Erbarmen, dann macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, einander verbunden in ein und derselben Liebe, einmütig und auf das eine bedacht! Tut nichts zum eigenen Vorteil, kümmert euch nicht um die Meinung der Leute. Haltet vielmehr in Demut einander in Ehren; einer achte den andern höher als sich selbst! Habt nicht das eigene Wohl im Auge, sondern jeder das des andern.”

Pfarrerin Gisela Kuhn betrachtete in Ihrer Ansprache das Wort Demut. “Auf einmal taucht dieses fast ausgestorbene Wort wieder auf”, verknüpft sie Beispiele und erinnert daran, dass es in unserer Sprache schon einen negativen Beigeschmack hatte, so komme es doch sprachlich meist als Demütigung vor. Sie erinnerte daran, dass Demut das Gegenteil von Hochmut sei. “Und der kommt bekanntlich vor dem Fall.” 

Sie zitierte Theresa von Avilar: “Demütig sein heißt in der Wahrheit zu sein” und sprach auch von den sozialen Auswirkungen der Krise. “Wir haben erlebt, dass wir verletzlich sind.” Aber sie spricht auch von der Kreativität, die neben der Sorge in der Krise gewachsen sei.

Auf die Ansprache erfolgte eine weitere Lied-Rezitation. Dieses mal trug Annette Kirchhoff “Wo Menschen sich vergessen” von der Orgel begleitet vor. Nach einem gemeinsamen Glaubensbekenntnis folgte schließlich Pfarrer Volker Horlitz, der “Klüger, weiser, leichter, reicher”, das Lied des Kirchentags 2015, für seine Rezitation gewählt hatte und dazu Gitarre spielte.

Fürbitten aus Rat und Verwaltung

Wolfgang Schriegel verlas die Fürbitten. Wirtschaftsförderin Sarah Harden hatte ihre den Ehrenamtlern in Erkrath gewidmet, Pascal Hengstmanns Fürbitte galt den Ewiggestrigen, damit sie erkennen, das Gott alle Menschen bedingungslos liebt. Maria Schlechter-Heims bat um Kraft für den neuen Stadtrat, die Herausforderungen, die Corona mit sich bringt, zu meistern. Jan Pfeifer bat darum das gemeinsame Ziel, zum Wohle aller Menschen in Erkrath zu wirken, nicht aus den Augen zu verlieren. Nicole Vogt bat darum Verwaltungsmitarbeitern Demut, Sanftmut und Geduld zu schenken, um sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und keine Vorurteile zu hegen. Gisela Schottke bat darum, dass Menschen in den Schaltzentralen der Macht arbeiten, Weitsicht, Weisheit und Demut geschenkt werde.

Schließlich erinnerte Wolfgang Schriegel noch einmal an die verstorbenen Menschen aus Rat und Verwaltung, deren Wirken unvergessen bleiben wird: Jacky Müller, Josephina Schmidtke, Herbert Jedamski, Ingrid Nuccio, Robert, Refke, Annette Schinnenburg, Dieter Becker und Norbert Polmanns.

Die Kollekte des Gottesdienstes war in diesem Jahr dem Verein Füreinander e.V. für die Kinder- und Jugendarbeit gewidmet. Marc Stosberg stellte Ursprung und Arbeit des Vereins noch einmal vor und überreichte als Dank eine Bibel an Bürgermeister Christoph Schultz. 300 Euro kamen bei der Kollekte für die Arbeit des Mosaik und Cube (Kinder- und Jugendtreff von Füreinander in der Sandheide) zusammen.