Vor 500 Jahren: Der Reichstag zu Worms am 17. und 18. April 1521

500 Jahre nachdem Luther vor dem Reichstag zu Worms seine Thesen nicht widerrufen hatte, feiert die evangelische Kirche dieses Ereignis. Auch heute noch dient Luthers Standhaftigkeit vielen Menschen als Vorbild.
Warum wurde Martin Luther befohlen, in Worms zu erscheinen und Auskunft über seine Lehren und Bücher zu geben?

  • 31. Oktober 1517: Luther schlug in Wittenberg die 95 Thesen an die Kirchentür, mit denen er sich gegen den Ablasshandel wendete.
  • 1518: Es kam auf Grund mehrerer Anzeigen zur Voruntersuchung für einen Ketzerprozess und Luther wurde deshalb von Papst Leo X. nach Rom vorgeladen. Letztlich musste Luther aber nicht nach Rom, sondern wurde vom päpstlichen Legaten CAJETAN in Augsburg verhört. Das Verhör blieb ohne Ergebnis.
  • Juni 1519: Leipziger Disputation: 
Luther wurde vom Ingolstädter Theologieprofessor Johannes Eck in Leipzig zu einem Streitgespräch aufgefordert. Streitpunkt war aber nicht mehr der Ablass, sondern die Autorität des Papstes. 
Danach reiste Eck nach Rom, um den Ketzerprozess voranzutreiben.
  • 10.12.1520: Luther verbrennt öffentlich die Bannandrohungsbulle.
  • 3. Januar 1521: Papst Leo X. spricht den Bann über Luther aus.
  • 6. März 1521: Luther wird vom Kaiser Karl V. vor den in Worms tagenden Reichstag geladen. Seine Reise gestaltet sich zum Triumphzug.
  • 17./18. April 1521: Am 17. April wird Luther wird vor dem Reichstag gefragt, ob er seine Thesen und Schriften widerrufe. Er bittet um einen Tag Bedenkzeit und erklärt am 18. April, dass er seine Kritik an der damaligen Kirche nicht widerrufen werde. Er soll den berühmten Satz gesagt haben „Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen.“
  • 26. Mai 1521: Die Reichsacht wird im Wormser Edikt von Kaiser Karl V. gegen Luther verhängt und die Lektüre und Verbreitung seiner Schriften verboten. Luther wird zunächst „freies Geleit“ zugesichert.
  • 4. Mai 1521: Auf der Heimreise wird Luther zum Schein von den Leuten des Kurfürsten Friedrich der Weise entführt und auf die Wartburg in Sicherheit gebracht. Dort übersetzt Luther, als Junker Jörg, das neue Testament in Deutsche.
  • 
Mai 1522: Luther verlässt die Wartburg.


 Am 17. und 18. April 2021 wird „500 Jahre Wormser Reichstag 2021“ in Worms gefeiert.

Wir laden Sie/Euch ein, die Feierlichkeiten mit zu erleben:

  • am 17. April 2021 im SWR um 23.00 Uhr: “Der Luther-Moment” Eine spektakuläre Multimedia Inszenierung auf dem Wormser Marktplatz und
    am 18. April um 9.30 Uhr im “ZDF-Fernsehgottesdienst” mit dem Kirchenpräsident der Ev. Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Volker Jung aus der Magnuskirche in Worms.

Weitere Informationen auf: wagemutig.de

Kirchenbann, der Ausschluss aus der Gemeinschaft der Kirche und das wichtigste Mittel des Papstes im Machtkampf gegen den deutschen König, Der Gebannte konnte nicht die Sakramente der Kirche empfangen. Es bedeutete auch den Verlust aller Ämter und Rechte der Kirche.

Reichsacht, war die besondere Form einer weltlichen Strafe im Unterschied zum Kirchenbann.
Wurde über jemanden die Acht verhängt, bedeutete dies die Recht- und Friedlosigkeit des Geächteten, seine Isolierung von der menschlichen Gemeinschaft und die Zerstörung oder Beschlagnahmung seines Besitzes. Jeder hatte das Recht, den Geächteten straflos zu töten.
Bei der Reichsacht war der Geächtete im ganzen Reichsgebiet „vogelfrei“. Seit 1220 war die Reichsacht zudem Folge des Kirchenbanns.