Ein verborgener Schatz in Unterbach – Ausflug des Aktivtreffs 65+ zum Haus Unterbach

Ein heißer Sommertag, neugierige Entdeckerinnen und Entdecker und ein Ziel mit Geschichte – das war der Ausflug des Aktivtreffs 65+ zum  Haus Unterbach. Das historische Wasserschloss, das bis heute von der Familie Zech bewohnt wird, öffnete für unsere Gruppe seine Tore – ein echtes Privileg, denn normalerweise ist das Gelände der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Besonders gefreut hat uns, dass Herr Zech persönlich die Führung durch den weitläufigen Park übernommen hat. Mit großer Leidenschaft erzählte er Geschichten rund um das Anwesen, dessen Ursprünge vermutlich bis in die Zeit der Karolinger um das Jahr 900 zurückreichen. Erstmals urkundlich als Rittersitz erwähnt wurde das Haus Unterbach im Jahr 1169, und im Laufe der Jahrhunderte wurde es mehrfach befestigt und erweitert. Noch heute sind Teile der dicken Ringmauer, drei Türme sowie Überreste des alten Zugbrückenmechanismus erhalten – ein Hauch von Mittelalter wehte durch unseren Nachmittag.

Ein Höhepunkt war der Spaziergang durch die eindrucksvolle Parkanlage. Diese wurde im frühen 19. Jahrhundert von keinem Geringeren als dem berühmten Landschaftsarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe gestaltet, der auch den Düsseldorfer Hofgarten und die Königsallee entwarf. Heute wird die Anlage nach einem historischen Weyhe-Plan von 1817 in enger Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekten Henning von Ziegesar denkmalgerecht restauriert. Herr Zech zeigte uns sogar eine Kopie der alten Gartenkarte, nach der er die Anlage originalgetreu wiederherstellen ließ.

Trotz der sommerlichen Hitze war es angenehm schattig unter den alten Bäumen – und dank der Gastfreundschaft unseres Gastgebers konnten wir bei frischem Wasser kurz verschnaufen. Besonders beeindruckend war der Schwimmteich, der nicht nur eine Augenweide ist, sondern auch Karpfen eine geschützte Heimat bietet.

Archäologisch ist das Gelände ebenfalls hochinteressant: Bei den Restaurierungsarbeiten wurden vergessene Stauwehre, ein mittelalterlicher Grundablass aus Eichenholz und Keramikfunde aus dem 15. bis 17. Jahrhundert entdeckt. Selbst ein individuell gefertigter Hochzeitsbecher aus Siegburger Keramik mit Wappen aus dem Jahr 1481 kam zutage – ein faszinierender Einblick in vergangene Zeiten.

Nach dieser inspirierenden Führung ging es zum geselligen Ausklang zum Unterbacher Backtreff, wo wir uns bei Eis, Kuchen, Kaffee oder einem kalten Getränk erfrischen konnten. In heiterer Stimmung tauschten wir Eindrücke aus – und waren uns einig: Das war ein ganz besonderer Nachmittag.

Unser herzlicher Dank gilt Herrn Zech für diese außergewöhnliche Gelegenheit, seinen privaten Besitz zu besichtigen, und für die persönliche, fachkundige und herzliche Führung. Ein Stück lebendige Geschichte wurde für uns an diesem Tag spürbar – und bleibt unvergesslich.

Gerne kommen wir im Herbst wieder, um die Parkanlage in ihrer herbstlichen Farbenpracht zu erleben – ein Hauch von „Indian Summer“ mitten in Unterbach.