Beziehungsweise – Gerechtigkeit

Der Konfitag mit Martin Scott von Wunderwerke e.V stand ganz im Zeichen des Themas „Beziehungsweise-Gerechtigkeit“ – und wurde für alle Beteiligten zu einer intensiven und bewegenden Erfahrung.
Der Tag begann mit einem gemeinsamen Einstieg in der Paul-Gerhardt- Kirche in Unterbach. Schon hier wurde spürbar, wie viel Gemeinschaft in diesem Tag stecken würde: Es wurde miteinander gesungen, und schnell entstand ein großes Gefühl der Zusammengehörigkeit. In einer ersten Annäherung an das Thema wurde deutlich: Gerechtigkeit ist mehr als ein abstrakter Begriff – sie hat immer mit Beziehungen zu tun.
In Aktionsspielen und ersten Impulsen kamen die Konfirmandinnen und Konfirmanden schnell miteinander ins Gespräch. Dabei fiel besonders auf, wie konzentriert und motiviert die Jugendlichen bei der Sache waren und sich auf die Inhalte eingelassen haben.
In Kleingruppen wurde es anschließend persönlicher und ehrlicher. Fragen wie
„Welche Ungerechtigkeit habe ich selbst schon erlebt?“,
„Wo bin ich selbst ungerecht gewesen?“ oder
„Wie ist das eigentlich mit Gott und der Gerechtigkeit?“
luden dazu ein, über eigene Erfahrungen nachzudenken und diese miteinander zu teilen.
Ein besonderer Schwerpunkt des Tages lag auf den interaktiven Erlebnisstationen, die im Gemeindesaal aufgebaut waren. Insgesamt 16 Stationen ermöglichten ein selbstgesteuertes Lernen, bei dem verschiedene Sinne angesprochen wurden. Jede Station eröffnete einen eigenen Zugang zum Thema und machte deutlich, wie vielfältig Gerechtigkeit verstanden werden kann.
Dabei wurde bewusst mit zwei Perspektiven auf Gerechtigkeit gearbeitet:
Zum einen ging es um die Gerechtigkeit Gottes – also die Frage, wie der Mensch vor Gott gerecht wird. Zum anderen wurde die praktische, soziale Gerechtigkeit in den Blick genommen: Wie gehen wir miteinander um? Wie gerecht ist unsere Welt?
Im Mittelpunkt stand dabei immer der Beziehungsaspekt: Was bedeutet es, in Beziehung zu Gott und zu anderen Menschen gerecht zu leben?
An den Stationen setzten sich die Jugendlichen unter anderem mit folgenden Fragen auseinander:
Wo kommt meine Kleidung her – und unter welchen Bedingungen wird sie hergestellt?
Ist das gerecht, was wir konsumieren?
Wofür haben sich Menschen wie z.b. Dietrich Bonhoeffer eingesetzt?
Wo übernehme ich Verantwortung für mein eigenes Handeln?
Beurteile ich Menschen vorschnell nach ihrem Äußeren?
Die Themen waren bewusst nah an der Lebenswelt der Jugendlichen und griffen zugleich globale Herausforderungen auf. Sie luden dazu ein, das eigene Verhalten zu reflektieren und neue Perspektiven für einen gerechteren Lebensstil zu entwickeln.
Nach einer kurzen Pause mit Obst und Müsli ging es zurück in die Kirche zum gemeinsamen Abschluss. Auch hier wurde noch einmal deutlich, wie stark das Gemeinschaftsgefühl dieses Tages war.
Besonders schön war dabei auch die Vertrautheit: Martin Scott von Wunderwerke e.V. ist seit vielen Jahren immer wieder in unserer Kirchengemeinde zu Gast. Die Zusammenarbeit ist gewachsen, vertrauensvoll und bereichernd – und auch dieses Mal war spürbar, wie gut die Angebote auf die Jugendlichen abgestimmt sind.
„Beziehungsweise-Gerechtigkeit“ erwies sich erneut als ein tiefgründiges, lebensnahes und zugleich herausforderndes Angebot. Nicht nur die Jugendlichen konnten viel für sich mitnehmen – auch die Teamer waren mit großer Offenheit und Begeisterung dabei. Und vieles von dem, was an diesem Tag angestoßen wurde, wird sicher noch lange nachklingen.
Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden die zum Gelingen dieses Konfitages beigetragen haben.