Aktiv-Treff 65+: Begegnung mit den Kichwa Puruwa aus Ecuador

„Was wir gehört haben und wissen und unsere Väter uns erzählt haben, das wollen wir unseren Kindern nicht verschweigen, sondern dem künftigen Geschlecht verkündigen …“
 (Psalm 78,3–4)
Mit diesen Worten aus Psalm 78 begann der Nachmittag des Aktiv-Treffs 65+. Sie hätten kaum besser zum Thema passen können, denn im Mittelpunkt stand die Weitergabe von Wissen, Erfahrungen und Traditionen über Generationen hinweg.
Zu Gast waren drei Vertreterinnen und Vertreter der indigenen Gemeinschaft der Kichwa Puruwa aus Ecuador: Pascual Ramiro Yèpez Morocho, Maria Cecilia Naula Mullo und Laura Piedad Naula Mullo. Begleitet wurden sie von Johanna Cluse, die die Vorträge und Gespräche engagiert ins Deutsche übersetzte.
Die Delegation stellte ihr Kollektiv Runa Sumak Mikuy vor. Das agraökologische Start-up verbindet nachhaltige Landwirtschaft, kulturelle Identität und solidarisches Wirtschaften. Dabei geht es nicht nur um den Anbau von Lebensmitteln, sondern auch um den Erhalt jahrhundertealten Wissens, das innerhalb der Gemeinschaft von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Eindrucksvoll berichteten die Gäste von ihrer Arbeit in den Anden, von traditionellen Anbaumethoden, dem Leben in der Gemeinschaft und ihrem Kunsthandwerk. Mit großem Interesse verfolgten die Besucherinnen und Besucher die Ausführungen. Anschließend blieb ausreichend Zeit für persönliche Fragen und einen lebendigen Austausch.
Ein besonderer Höhepunkt des Nachmittags war das gemeinsame Gebetsritual rund um ein kunstvoll gestaltetes Bodenbild aus verschiedenen Nahrungsmitteln. Aus Getreide, Hülsenfrüchten, Früchten, Nüssen und Samen war ein symbolträchtiges Bild entstanden. Im Mittelpunkt stand ein Baum, der an die Lebenskraft der Erde und das Wachstum allen Lebens erinnert.
Die Aufschrift „Runa Sumak Mikuy“ lässt sich sinngemäß als „Mensch, gutes Essen“ oder „Der Mensch lebt vom guten Essen“ verstehen. Im kulturellen Zusammenhang verweist sie auf das indigene Ideal des „Sumak Kawsay“ – des Guten Lebens. Gemeint ist ein Leben in Harmonie mit der Gemeinschaft, der Natur und den kommenden Generationen. Das Bodenbild brachte diese Werte eindrucksvoll zum Ausdruck und machte die enge Verbindung der Kichwa Puruwa zur Erde, zur Nahrung und zur Dankbarkeit für die Gaben der Schöpfung sichtbar.
Zum Abschluss versammelten sich alle zum gemeinsamen Vaterunser. Die Gäste wurden mit Gottes Segen und den besten Wünschen für ihr Projekt verabschiedet. Als Erinnerung an ihren Aufenthalt in Düsseldorf erhielt die Delegation eine Düsseldorfer Stofftasche sowie eine Informationsbroschüre in spanischer Sprache.
Herzlich bedanken möchten wir uns bei Inge Mariam Tikale, die den Kontakt zu den Gästen aus Ecuador geknüpft hat. Ohne ihren Einsatz und ihre Verbundenheit mit dem Projekt wäre dieser besondere Nachmittag nicht möglich gewesen. Ihre Initiative hat Brücken zwischen Menschen, Kulturen und Kontinenten gebaut und uns einen unvergesslichen Einblick in das Leben der Kichwa Puruwa ermöglicht. Herzlichen Dank auch dem Aktiv-Treff-Team und den fleißigen Kuchenbäckerinnen.