Internationaler Online-Vortrag Forschung und Praxis des agroökologischen Zentrums Runa Sumak Mikuy

Da wir neulich drei Vertreterinnen und Vertreter der indigenen Gemeinschaft der Kichwa Puruwa aus Ecuador in unserer Gemeinde zu Gast hatten, möchten wir heute auf eine Onlinevortrag mit Pascual Ramiro Yépez Morocho, Ana Paula Amado und Übersetzerin Johanna Cluse aufmerksam machen:
Internationaler Online-Vortrag
Forschung und Praxis des agroökologischen Zentrums Runa Sumak Mikuy
Sonntag, 16. August 2026, 18 Uhr via BigBlueButton
Das agroökologische Zentrum „Runa Sumak Mikuy“ entstand an den Hängen
des Chimborazzo, des höchsten Vulkans der ecuadorianischen Anden. Es
wurde von fünf Puruwa-Familien gegründet, die in 3100 bis 3300m Höhe
über dem Meeresspiegel mit tradierten Methoden Landwirtschaft betreiben.
Inzwischen haben sich Landwirt:innen aus anderen Provinzen des Landes
angeschlossen. Das Zentrum ist ein Ort der Forschung und des Austausches
über Anbaumethoden, welche tradiertes Wissen mit den aktuellen
Herausforderungen der Klimakrise verbinden, zB im Hinblick auf
Saatgutvielfalt und Fruchtbarkeit des Bodens. Auch das die Webkunst und
das Kunsthandwerk des Kollektivs transportiert Wissen und antwortet auf
aktuelle Herausforderungen. Ihren Laden in Tumbaco, Quito, Ecuador,
verstehen sie als Ort der interkulturellen Begegnung. Zunächst bekommen
wir eine Einordnung in den interkulturellen und plurinationalen Kontext
Ecuadors. Dann wird Gründungsmitglied Pascual Yépez uns mehr über die
Entstehung des Kollektivs und genanntes tradiertes Wissen erzählen.
Der Vortragende Pascual Yépez Morocho ist Mitgründer von Runa Sumak
Mikuy, Forscher und selbst Kichwa-Puruwa. Er hat einen Master in
Anthropologie und in internationaler Zusammenarbeit für nachhaltige
Entwicklung. Er ist Autor, Mitglied der Nationalen Akademie für
Geschichte Ecuadors, Mitglied der Alliance Française in Quito,
Forschungsprofessor an der Universidad Andina Simón Bolívar, Standort
Sucre, Bolivien, und internationaler Referent. Seine 30-jährige
wissenschaftliche Arbeit verdeutlicht, warum es wichtig ist, dass Puruwa
selbst über ihre Weltanschauungen und Lebensumstände forschen, damit sie
Subjekte des Wissens sind und keine Gegenstände der Forschung anderer.
Die anthropologischen, ökologischen und historischen Forschungen von
Pascual Yépez und Runa Sumak Mikuy sind ein eindrucksvolles Beispiel für
ganzheitliche Arbeit: die Verknüpfung von überliefertem Wissen mit Lehre
und kollektiven Praktiken, die in Krisenzeiten dringend benötigt werden.
Die Referentin Ana Paula Amado ist in Frankreich und Portugal
aufgewachsen und lebt seit 20 Jahren in Ecuador. Dort beteiligt sie sich
maßgeblich an emanzipatorischen Projekten im Chimborazzogebiet und hat
u.a. Pascual Yépez Veröffentlichung ins Französische übersetzt