Ökumenische Impulswanderung zu Umwelt, Biodiversität und Erntedank
Am 4. Oktober 2026 veranstalteten die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden Erkrath, Unterbach und Unterfeldhaus eine gemeinsame Impulswanderung. Unter dem Leitgedanken Umwelt, Biodiversität und Erntedank machten sich 23 gut gelaunte Wanderinnen und Wanderer bei sonnigem Wetter auf den Weg.
Ausgangspunkt war das ökumenische Gemeindezentrum in Unterfeldhaus. Auf der Bickwiese informierte der erste Impuls über den Biodiversitätscheck in Kirchengemeinden. Seit 2022 wird die zuvor brachliegende Fläche rund um das Gemeindezentrum ökologisch aufgewertet. Dabei entstehen Kleinstbiotope, in denen heimische Pflanzen, Insekten, Kleintiere und Mikroorganismen einen Lebensraum finden. Angelegt wurde unter anderem ein Weidentor als Eingang, Hochbeete, ein Blühsaum und ein Insektenhotel. Kürzlich kam ein Apfelbaum hinzu, ein Geschenk der Landesgartenschau in Neuss. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden gestalteten außerdem ein Sandarium und einen Totholzhaufen.
Der Weg führte anschließend durch ein Siedlungsgebiet zum Eselsbach. Dort erinnerte der zweite Impuls an die Folgen des Hochwassers im Juli 2021. Der sonst so kleine und idyllische Bach trat über die Ufer, zerstörte Wanderwege und machte sie unpassierbar. Das Ereignis zeigte eindrücklich, wie mächtig und zugleich verletzlich die Natur ist – und welche Auswirkungen menschliches Handeln auf sie haben kann.
Zugleich wurde deutlich, dass aus Zerstörung und Chaos auch Chancen für Veränderungen entstehen können. Der Eselsbach wurde renaturiert und zu einem ökologisch wertvollen Gewässer entwickelt. Die Erfahrung mahnt uns, der Natur achtsamer und respektvoller zu begegnen.
Am Ostufer des Unterbacher Sees folgte der dritte Impuls. Auch dort hatte das Hochwasser 2021 deutliche Spuren hinterlassen: Ein großer Teil des Ufers war weggebrochen und weggespült worden, Wege mussten gesperrt und Spaziergängerinnen, Spaziergänger sowie Radfahrende umgeleitet werden. Dabei stellten sich Fragen: Kann das so bleiben? Regelt die Natur alles von selbst? Müssen erneut hohe Kosten entstehen?
Nach einiger Zeit wurde an dieser Stelle eine ansprechende Terrasse geschaffen, die sehr gerne angenommen wurde und heute vielfältig genutzt wird. Wieder war aus Chaos und Zerstörung etwas Neues entstanden. Nicht alles ist damit gut, aber vieles ist veränderbar und wandelbar. So können neue Orte entstehen, die Menschen und Natur zusammenbringen.
Weiter ging es am Seeufer entlang nach Unterbach zur Paul-Gerhardt-Kirche. Unterwegs beschäftigte sich der vierte Impuls mit den Siedlungen, durch die die Gruppe wanderte. Eine Siedlung ist ein von Menschen gestalteter Lebensraum – mit Häusern, Straßen, Gärten, Bäumen und gemeinschaftlich genutzten Plätzen.
Früher gehörten Nutzgärten ebenso selbstverständlich dazu wie Bienen, Schmetterlinge und Vögel. Später dienten viele Gärten vor allem der Erholung. Heute wächst wieder das Bewusstsein dafür, auch im eigenen Wohnumfeld Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen: etwa durch eine Blumenwiese anstelle einer versiegelten Fläche, einen Obstbaum oder ein kleines Kräuterbeet.
Erntedank erinnert uns daran, dass unsere Nahrung nicht selbstverständlich ist. Sie braucht Erde, Wasser und Sonne, aber auch die Arbeit vieler Menschen. Mit der Gestaltung unserer Siedlungen können wir Verantwortung für die Natur und für kommende Generationen übernehmen.
Der letzte Impuls in der Paul-Gerhardt-Kirche stand unter dem Thema Früchte. Saat, Ernte, Lagerung und Verarbeitung von Pflanzen und Früchten prägten schon den Alltag in biblischer Zeit. Auch Jesus griff in seinen Gleichnissen häufig Bilder aus der Pflanzenwelt sowie von Saat und Ernte auf. Er fordert uns dazu auf, in seinem Sinne Frucht zu bringen.
Unterwegs hatte die Gruppe verschiedene Früchte gesammelt. Sie waren ein Sinnbild dafür, dass wir manchmal etwas ernten oder geschenkt bekommen, ohne selbst etwas dafür getan zu haben. Wo haben wir in unserem Leben die Früchte anderer empfangen? Wer hat uns gestärkt, ermutigt oder weitergebracht? Wo wurde unser Leben durch andere zum Guten beeinflusst? Dafür dürfen wir dankbar sein.
Nach den vielfältigen Impulsen, gemeinsamen Liedern und einem lebendigen Austausch über die gesammelten Früchte klang die Impulswanderung bei einem kleinen Imbiss in geselliger Runde aus.
Petra Albrecht-Finklenburg











